Die Gesamtschule ist beliebt.
Tausende Eltern meldeten in den letzten Wochen ihre Kinder für einen Platz in einer Gesamtschule an – vergeblich. Die wenigen Gesamtschulen Niedersachsens haben nicht genügend Plätze, um die riesige Nachfrage bewältigen zu können. Freie Schulwahl und freier Elternwille in Niedersachsen? – Fehlanzeige.
Ein Versprecher vor der Wahl.
Vor der Landtagswahl verkündete Ministerpräsident Wulff: Das Errichtungsverbot für neue Gesamtschulen wird gelockert. Alle Eltern sollten künftig ihr Kind auf die Schule ihrer Wahl schicken können. Doch nach der Wahl wollten die Regierungsparteien von CDU und FDP nichts mehr davon wissen. Sie verabschiedeten Mitte 2008 im Landtag ein wahres Gesamtschul-Verhinderungsgesetz. Elterninitiativen und Kommunen werden damit viele hohe Hürden auf dem Weg zu einer neuen Gesamtschule in den Weg gestellt. Die Eltern sind enttäuscht und die Kinder bleiben auf der Strecke.
Die Gesamtschule: fördern und fordern.
Gesamtschulen bieten allen Kindern faire Chancen. Im Mittelpunkt steht nicht das Sortieren nach Unterschieden in Leistung, Herkunft und Geschlecht wie im gegliederten Schulwesen. Vielmehr fördert die Gesamtschule das Leistungsvermögen jedes einzelnen Kindes und sorgt für eine optimale Entwicklung.
Die Gesamtschule führt Kinder unterschiedlicher Kulturen und unterschiedlichen Könnens zusammen und lässt sie mit - und voneinander lernen. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit höheren Abschlüssen steigt, die Zahl von Jugendlichen ohne Abschluss sinkt.
Eltern bevorzugen Gesamtschulen aber auch, weil sie Ganztagsschulen sind. Endlich können Familie und Beruf vereinbart werden.
Die Geburtenzahl sinkt – die Zahl der Schulen ebenfalls.
Die Zahl der Kinder nimmt ab, Deutschland altert. Ausserdem stimmen die Eltern mit den Füßen ab: Sie melden ihre Kinder seltener auf Hauptschulen an. Durch diesen Wandel ist das gegliederte Schulsystem massiv unter Druck. Sechs von zehn Hauptschulen unterschreiten schon heute die Mindestgröße.
In vielen Orten können künftig nicht Haupt- und Realschule, geschweige denn ein Gymnasium angeboten werden. Was also liegt näher als die Gesamtschule, die eine Schule für Alle ist? Hinzu kommt: hier können alle Schulabschlüsse erreicht werden.
- Die SPD arbeitet im Landtag dafür, dass die Hürden für die Einrichtung von neuen Gesamtschulen beseitigt werden.
- Die SPD unterstützt alle Gesamtschulinitiativen.
- Die SPD will, dass sich der Elternwille und und nicht die politische Starrköpfigkeit der CDU durchsetzt.
Weitere Informationen zum Thema "Gesamtschulen fördern":
Weg mit den Gesamtschulhürden: Handlungsleitfaden für Gesamtschulanträge(78 kb, Dateiformat: pdf)